Sonntag 05.09.2010
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Protest am Rohrer Weg
Möhringen. Die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg gibt nicht auf. Die Umweltschützer setzen sich weiter für den Erhalt der letzten großflächigen Streuobstwiese in Möhringen ein.
Von Emily Schwarz
Das erste große Bauschild thronte bereits über den Köpfen der Demonstranten.

Möhringen. Die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg gibt nicht auf. Die Umweltschützer setzen sich weiter für den Erhalt der letzten großflächigen Streuobstwiese in Möhringen ein.
Von Emily Schwarz
Das erste große Bauschild thronte bereits über den Köpfen der Demonstranten. Und doch wurde hier am vergangenen Sonntag jedem klar: Die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg (SG) gibt nicht auf. Etwa 30 Aktive – unter ihnen auch Neulinge aus der Nachbarschaft – trafen sich trotz strömenden Regens im Schneematsch, um zu diskutieren. Es war die zweite »Trauer- und Protestveranstaltung«, zu der die SG geladen hatte.
Rückblick: Die SG setzt sich seit dem Jahr 2002 für die Freiflächen am Rohrer Weg ein. Doch der Randstreifen entlang der Udamstraße wird bebaut werden. Das Vorhaben gründet sich auf ein Verwaltungsgerichtsurteil, welches einen Ortsbauplan aus dem Jahre 1942 für rechtsgültig erklärt hatte.
»Die Bebauung des Möhringer Ortsrandes entwickelte sich aber nicht nach den Plänen von 1942, sondern nach den Plänen von 1969«, so Rüdiger Reinboth, Vorsitzender der SG.
Dennoch ging die Stadt damals nicht in Berufung. »Ich denke mit der heutigen Zusammensetzung im Gemeinderat würde das anders aussehen«, sagt Grünen-Alt-Stadträtin Doris Peppler-Kelka, die seit jeher für die Streuobstwiesen kämpft.
»Die letzte Chance« sei nun die sogenannte 7-Jahres-Frist, sagt Peppler-Kelka und erklärt: »Wurde ein gültiger Bebauungsplan nach sieben Jahren nicht ausgeschöpft, kann er mit Hilfe eines Beschlusses des Gemeinderates gekippt werden.« »Allerdings wäre eine Entschädigung fällig«, weiß Ursula Minges, 2. Vorsitzende der SG. Damit bleibt wenig Hoffung bei den Aktivisten zurück: Die letzte großflächige Streuobstwiese in Möhringen und Vaihingen wird bebaut. Regine Gauckler, stellvertretendes Mitglied des Bezirksbeirates Möhringen, spricht aus, was vielen an diesem verregneten Sonntagnachmittag ins Gesicht geschrieben steht: »Die Leute stehen einfach nur fassungslos da.«
19.01.2010


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