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Vaihingen. »Das verschwundene Dorf« ist der Titel des fünften Bandes aus der Feder des Hobby-
historikers Dietmar Speidel. Der gebürtige Vaihinger beleuchtet darin die Veränderungen in Vaihingen. Er dokumentiert den Wandel mit historischen Ansichten und aktuellen Fotografien, die er gegenüberstellt. Vaihingen. »Das verschwundene Dorf« ist der Titel des fünften Bandes aus der Feder des Hobby-
historikers Dietmar Speidel. Der gebürtige Vaihinger beleuchtet darin die Veränderungen in Vaihingen. Er dokumentiert den Wandel mit historischen Ansichten und aktuellen Fotografien, die er gegenüberstellt. Von Emily Schwarz Vaihingen hat sich gemausert: vom Dorf am Rand der Filder-ebene zu einem der größten Stadtteile Stuttgarts. »Drei Viertel des einfachen Bauerndorfes sind abgerissen und verschwunden«, sagt Dietmar Speidel. Er wurde 1957 geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend hier. Im Klöpferweg, an der Ortsgrenze zu Rohr, ist Dietmar aufgewachsen, in der damals sogenannten Ostmark-Siedlung. Drei Generationen lebten im Hause Speidel unter einem Dach: die Großeltern, die Mutter, der Vater und der Onkel sowie die Kinder, zu denen auch Dietmar gehörte. Bier weckte Begeisterung Die Erinnerung an die Kindheit dominiert der Großvater. Er hatte über 40 Jahre für die Brauerei Leicht gearbeitet. Das hat den jungen Dietmar geprägt. Schon früh begann er, alte Biermarken zu sammeln. So war die Begeisterung für Überbleibsel aus der Vergangenheit schnell geweckt. »Jeden abend gegen 17 Uhr ertönte die Feierabend-Sirene, ein Hupen aus der Brauerei«, erinnert sich Dietmar Speidel. »Wir wussten: Jetzt kommt der Opa heim.« Später stellte das Unternehmen diesen Brauch aus Rücksicht gegenüber den Anwohnern ein. Dem Opa sei Dank Im Nachlass des Großvaters, der im Jahr 1977 gestorben war, entdeckte Dietmar Speidel zahlreiche alte Ansichtskarten aus Vaihingen. Er war begeistert über soviel Geschichte und suchte den damaligen Ortsvorsteher Walter Mezger auf. Der Schultes war selbst sehr heimatverbunden, schrieb Gedichte und engagierte sich für die Kultur. Der Rathauschef unterstützte Speidel und informierte ihn genauer über die Historie Vaihingens. In Dietmar Speidel war die Lust an »alten Dingen« geweckt. Von nun an sammelte der frischgebackene Hobbyhis-toriker sämtliches Material über Vaihingen, das er in die Hände bekam. Hobbyhistoriker geboren Inzwischen umfasst die Sammlung des Familienvaters über 1 000 Ansichtskarten – die älteste stammt aus dem Jahre 1890. Die ersten 25 Jahre seines Lebens, bis 1982, hatte Dietmar Speidel in Vaihingen gelebt. Nach einer dreijährigen Theologie-Ausbildung in einer Bibelschule bei Detmold zog der mittlerweile verheiratete Dietmar mit seiner Frau nach Aalen. Dort arbeiten sie seither in einer freien Gemeinde. »Meine Kinder haben kaum einen Bezug zu Vaihingen – obwohl meine Eltern dort noch leben und wir sie besuchen«, bedauert Speidel. »Es war mir ein Anliegen, dass meine Sammlung nicht bei mir verstaubt oder in der Senke verschwindet.« Für alle Generationen Im Jahre 1988 brachte der Hobbyhistoriker deshalb seinen ersten Band über Vaihingen heraus: ein Postkartenbuch. »Wissenswertes über Vaihingen« und ein weiteres Postkartenbuch sowie ein Bildband über das Vaihingen der 30er und 40er Jahre folgten einige Zeit später. Der aktuelle Band In dem jüngst erschienenen Buch »Vaihingen auf den Fildern – Das verschwundene Dorf«, ISBN 978-3-86680-416-6, erschienen im Sutton Verlag, stellt Speidel den Ortskern um das Jahr 1910 dem Vaihinger Zentrum wie wir es heute kennen gegenüber. Historische, schwarzweiße Fotografien zeigen das Stadtbild von damals. Farbige Aufnahmen derselben Plätze in ihrem aktuellen Zustand dokumentieren, wie sich der Ortskern verwandelt hat. »Das Beispiel Schillerplatz zeigt den Wandel Vaihingens in den vergangenen 100 Jahren besonders deutlich«, zieht Speidel Fazit. »Ebenso wie der Bezirk hat der Schillerplatz ständig sein Gesicht verändert.« Dietmar Speidel ist auf der Suche nach Material, Bildern und Dokumenten alter Vaihinger Firmen und Vaihinger Industrie der Jahre 1800 bis 1960. Wer dabei mithelfen möchte kann sich telefonisch unter 0 73 61/3 18 12 oder online unter speidel1957@freenet.de melden.
19.01.2010
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