Freitag 30.07.2010
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Bahn-Tickets fürs Taxi

Möhringen. Ein Pkw steht im Gleisfeld und blockiert eine oder mehrere Stadtbahnlinien. Bis Ersatzbusse kommen dauert es eine gewisse Zeit – Pünktlichkeit ade?


Von Ralf Bachmayer
Speziell dafür bieten die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) seit März einen neuen Dienst an. Sollte die Stadtbahn auf einem betroffenen Linienabschnitt auf absehbare Zeit – die SSB spricht von 30 Minuten und aufwärts – nicht fahren können, werden Taxis bereitgestellt. Sie überbrücken den Streckenabschnitt, auf dem die Störung besteht, und fahren so lange, bis Ersatzbusse angekommen sind. Die SSB-Leitstelle steht in Kontakt mit der Taxileitzentrale und fordert bei Bedarf Fahrzeuge an. Auch für Stoßzeiten stehen dann laut Klaus Knupfer, Vorstand der Stuttgarter Taxigenossenschaft, garantiert ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung. »Stadtbahn-Ersatzverkehr im Auftrag der SSB« haben die so gekennzeichneten Taxis an der Scheibe stehen. Der Service ist für Fahrgäste mit einem gültigen VVS-Ticket kostenlos.
Ob das funktioniert, kann die SSB zum derzeitigen Zeitpunkt nicht mit einhundertprozentiger Gewissheit sagen. Aber: »Wir bieten diesen Service jetzt zunächst für ein Jahr an und wollen in dieser Zeit auch unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln«, sagt Pressesprecherin Susanne Schupp. »Die Ergebnisse aus Städten mit solch einem Angebot sind durchweg positiv.« Als das A und O bei diesem Servicegedanken gilt für die SSB die Informationspolitik an den betreffenden Stellen. »Wir werden durchsagen, dass Taxen in der Anfahrt sind und eben auch, wann mit dem Eintreffen der Ersatzbusse zu rechnen ist«, erklärt Schupp.
Beginnt damit der Run auf die Taxis? »Wenn die Taxis ankommen, gehen wir davon aus, dass die Fahrgäste, ähnlich wie beim Vorgang des Einsteigens in die Stadtbahnen, vernünftig agieren und hier auch aufeinander Rücksicht nehmen«, vermutet die SSB. Dieser Service gilt im Übrigen für das gesamte Stadtbahnnetz, also auch für entlegene Linienpunkte wie etwa in Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen oder Ostfildern. Probleme mit den dortigen Taxibetreibern gibt es da keine. »Für Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen sind wir sowieso zuständig«, sagt Knupfer. »Und für den Bereich Ostfildern können die Kollegen aus Esslingen die große Anzahl an Fahrzeugen nicht stemmen und benötigen außerdem zu viel Zeit, um da hinzugelangen.«
Ein von SSB und Taxizentrale ausgehandeltes Budget von 25 000 Euro begleitet zunächst den Service. Die Fahrten werden von der Zentrale nach dem normalen Taxi-Tarif mit den Stadtbahnunternehmen abgerechnet.


03.03.2010


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