Freitag 30.07.2010
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80 Jahre »Seilbahnlädle«
Degerloch. Der kleine Blumenladen in der Bergstation der Seilbahn beim Waldfriedhof hat einen neuen Mieter. Heinz Tiedemann, der dritte Pächter nach 80 Jahren, eröffnete im März den umgebauten kleinen Blumenladen.

Degerloch. Der kleine Blumenladen in der Bergstation der Seilbahn beim Waldfriedhof hat einen neuen Mieter. Heinz Tiedemann, der dritte Pächter nach 80 Jahren, eröffnete im März den umgebauten kleinen Blumenladen.
Von Veronika Andreas
Knapp 50 Jahre lang, von der Einweihung der Seilbahn im Oktober 1929, bis zum Jahresende 1987 bot dort die Firma Karl Seemann Blumen und Pflanzen an. »Schon damals hatte der Blumenladen auch noch eine andere Funktion: er diente zur Überwachung der Bahn und seiner Gäste«, erklärt Reinhold Bauer, SSB-Vorstandssprecher. Denn der halbautomatische, personalsparende Betrieb in den Stationen im Bergbahnhof war seinerzeit die einzige Möglichkeit, die Seilbahn halbwegs wirtschaftlich zu betreiben, erklärt Bauer weiter. Von 1988 bis 2009 betrieb die Gärtnerei Haag das Geschäft.
Der Gärtnermeister und Florist Heinz Tiedemann führt bereits in der dritten Generation den Betrieb, der genauso alt ist wie die Seilbahn selbst. Neben einem bunten Angebot an Blumen und Pflanzen verkauft das »Seilbahnlädle« auch Souvenirs und Getränke.
Damit richten sich SSB und Tiedemann danach, dass das Friedhofspublikum mit seinem klassischen Bedarf abnimmt und die Seilbahn sich mehr und mehr zur Touris-tenattraktion wandelt. Eines aber ist in all der Zeit gleich geblieben: An dem denkmalgeschützten Gebäude steht – dauerhaft in den Außenputz gerieben – noch immer der Name Karl Seemann über dem Blumenladen, wie eh und je. Architekt Frieder Renk von den SSB, der die Gebäude der Seilbahn schon bei der Sanierung 2004 betreut hat, freut sich darüber: »Der alte Name stört niemand, und wir bleiben bei der Tradition.«

Anita Kmoch:
Dem Laden stets treu

Zum lebenden Inventar gehört mittlerweile auch die seit 39 Jahren im Blumenladen tätige Anita Kmoch und ihre Spitzhündin Tammy. »Tammy ist jeden Tag mit im Laden«, erklärt Kmoch, die eigentlich lieber nur Anita genannt werden will. Hier oben sei die Luft einfach besser, als in der Stadt unten, erzählt die 62-Jährige weiter. Und ihrem Spitz gefalle es zwischen Degerlochs Bäumen besser, wie im Häusermeer des Stuttgarter Westens. Verändert habe sich in den 39 Jahren nicht viel. Die ältere Kundschaft komme immernoch unter der Woche zu ihnen und die jungen Leute besuchten sie hauptsächlich an den Wochenenden. Das sei aber schon immer so gewesen, erklärt Anita.
09.03.2010


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