++ Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Vereins ++ Ostfildern rollt für drei Projekte ++ SSB: Die U12 soll Ende 2012 anfahren ++ Auch Degerloch wird älter – aber vorbereitet ++ Tausende strömten aufs Bärenfest
Vaihingen. Rund 200 Interessierte waren der Einladung des Bürgervereins Vaihingen in die Gemeindehalle der Heilig Geist-Kirche in Dürrlewang nachgekommen, um den Austausch der Argumente für oder gegen die geplante Stadtbahnlinie U12 zu verfolgen.
Von Manfred Gäbisch In Dürrlewang stehen sich die Lager in fest gefügten Blöcken gegenüber. Vaihingen. Rund 200 Interessierte waren der Einladung des Bürgervereins Vaihingen in die Gemeindehalle der Heilig Geist-Kirche in Dürrlewang nachgekommen, um den Austausch der Argumente für oder gegen die geplante Stadtbahnlinie U12 zu verfolgen.
Von Manfred Gäbisch In Dürrlewang stehen sich die Lager in fest gefügten Blöcken gegenüber. Hier die Befürworter der neuen Stadtbahnlinie U12, dort die Gegner. Der Info-Abend konnte da keine Abhilfe schaffen, sollte er auch nicht, wie Frank-Otto Huber, Vorsitzender des gastgebenden Bürgervereins Vaihingen bei seiner Anmoderation betonte. Vielmehr sollte, wie Huber sagte, die Chance genutzt werden, die anwesenden Entscheidungsträger aus der Lokalpolitik vor ihrer Entscheidung am 16. März noch zu beeinflussen. SSB-Chefplaner Volker Christiani und die »Arbeitsgemeinschaft U12« plädierten eindringlich für die Vorteile, welche die Stadtbahn für Dürrlewang und für das Gewerbegebiet bringt. Vor allem weil man so den fließenden und ruhenden Verkehr in Dürrlewang zu reduzieren hofft. Parkplätze für die Anwohner blieben genügend übrig, auch die Bäume, vor allem der alten Blutbuchenbestand würde weitgehend geschont. Die Schutzgemeinschaft Dürrlewang bezweifelt indes, dass es durch den Stadtbahnbau zu einer Abnahme des Verkehrs komme. Die Autofahrer in Richtung Gewerbegebiet kämen großteils aus dem Schwarzwald, aus Reutlingen oder Tübingen. »Die fahren nicht mit der Stadtbahn«, sagte Gabriele Geiger. Vor allem ist es den Gegnern aber ums Geld zu tun. Die 20 Millionen Euro Baukosten würden woanders dringend benötigt. Die SSB verweist indes auf den Kosten-Nutzen-Faktor von zwei, was soviel heißt wie: die Stadtbahn bringt doppelt soviel ein, wie sie kostet. Die Gegner bezweifeln auch, dass tatsächlich ein Bedarf für den Schienenanschluss besteht. Sie wollen durch Befragungen, die freilich nicht repräsentativ sind, herausgefunden haben, dass längst nicht so viele Nutzer zu erwarten seien, wie behauptet werde. Bemerkenswert war der Auftritt von Martin Hechinger, dem Vorsitzenden des Bürgervereins Stammheim, der den 15 Jahre währenden Kampf der Stammheimer um ihren Stadtbahnanschluss ansprach und an die Anwesenden appellierte: »Sie können mal einen Bus oder eine Straßenbahn verpassen, aber verpassen Sie nicht die Zukunft«. Wahrscheinlich hat der Dürrlewanger Recht, der nach der Veranstaltung beim Hinausgehen anmerkte: »Damals hätte es keinen Streit gegeben. Die Bahn kommt einfach 30 Jahre zu spät«.
09.03.2010
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