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Zollberg. Die Vereinten
Nationen fordern von Deutschland, behinderte Schulkinder besser zu integrieren. Das ist in der Praxis jedoch zuweilen schwer, wie das Beispiel einer so genannten Außenklasse an der Ostfildener Klosterhof- und Erich-Kästner-Schule zeigt. Zollberg. Die Vereinten
Nationen fordern von Deutschland, behinderte Schulkinder besser zu integrieren. Das ist in der Praxis jedoch zuweilen schwer, wie das Beispiel einer so genannten Außenklasse an der Ostfildener Klosterhof- und Erich-Kästner-Schule zeigt. Von Philipp Braitinger Der Andrang war groß, die Mensa der Esslinger Rohr- äckerschule zum Bersten gefüllt. Das Thema der SPD-Podiumsdiskussion »Integration und Inklusion« weckte das Interesse von etwa 150 Besuchern. Aus Sicht einer Mutter eines Mädchens mit Down-Syndrom betonte Bettina Beutel jedoch, wie gut das Lernen an einer Regelschule für ihre Tochter Leonore sei. »Sie motiviert sich im Umfeld der Klassenkameraden«, weiß die vierfache Mutter. Darüber hinaus sei es schön, dass die Tochter keinen stundenlangen Anfahrtsweg zur Schule nehmen müsse und ihre MitschülerInnen auch zuweilen nachmittags in ihrem Wohnort sehen könnte. Die Außenklasse ist eine Klasse der Esslinger Rohr- äckerschule, die an der Ostfildener Klosterhofschule bis zum vierten Schuljahr unterrichtet wird. Verschiedene Stunden werden dabei mit den SchülerInnen der Regelschule gemeinsam besucht. Bereits seit 1998 arbeiten die beiden Schulen zusammen. Dass das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern keine Selbstverständlichkeit ist, wird im Alltag schnell deutlich. »Die Klosterhofschule kämpft seit Jahren um einen Fahrstuhl«, nennt Andrea Fretz, Sonderschullehrerin der Außenklasse, als banales Beispiel. Die Schulgebäude, die oft noch aus den 50er oder 60er Jahren stammen, sind selten behindertengerecht. Eine andere Ostfildener Schule musste die Zusammenarbeit mit der Rohräckerschule nach zwei bis drei Jahren vorzeitig abbrechen, wie der Rektor der Ostfildener Erich-Kästner-Schule, Udo Lang, ergänzt. Für Lang, an dessen Schule seit eineinhalb Jahren Kinder der Rohräckerschule unterrichtet werden, die zuvor die Klosterhofschule besucht haben, ist das Modell der Inklusion dennoch ein Erfolg. »Es funktioniert sehr gut, es läuft in allen Bereichen«, sagt er, was vor allem dem engagierten Kollegium zu verdanken sei. Für die Zukunft wünscht er sich, weitere Außenklassen aufnehmen zu können, was bisher jedoch an der räumlichen Situation scheitere. Er hoffe auf die Unterstützung der Stadt. Geplant ist, dass die Kinder mit Handicap ihre Schulzeit an der Regelschule zu Ende bringen. Nach dem Ende der Schulzeit wäre es wünschenswert, wenn die Kinder einen Arbeitsplatz außerhalb etwa einer Behindertenwerkstatt finden, so Lang. Denn ansonsten wären die Kinder nach ihrer Schulzeit wieder weg von der Gesellschaft in einem weitgehend geschlossenen Umfeld.
09.03.2010
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