++ Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Vereins ++ Ostfildern rollt für drei Projekte ++ SSB: Die U12 soll Ende 2012 anfahren ++ Auch Degerloch wird älter – aber vorbereitet ++ Tausende strömten aufs Bärenfest
Degerloch. Deutschland steht vor einem demografischen Wandel. Aufgrund der anhaltend niedrigen Geburtenzahl und der steigenden Lebenserwartung ändert sich die Altersverteilung in der Bevölkerung deutlich. Im Jahr 2020 wird bereits ein Viertel der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein. Darauf müssen sich die Kommunen einstellen. Degerloch ist auf dem richtigen Weg – doch noch nicht am Ziel.
„Auch Degerloch wird älter." Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold bringt es auf den Punkt. Und Klaus-Peter Murawski, Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, ergänzt: „Wir müssen überlegen, wie wir einerseits für junge Familien interessant werden und andererseits unseren älteren Mitmenschen gerecht werden können."
Degerloch rüstet sich auf: Die evangelische Heimstiftung beispielsweise investiert in den Umbau des Hauses auf der Waldau. Ein Pflegezentrum mit 100 Plätzen, 24 Plätze für „Pflegewohnen", eine Mischung zwischen Pflegeheim und Betreutem Wohnen, 30 betreute Wohnungen, eine Außenanlage für Jung und Alt, die die Kindertagesstätte „Zwergenfarm" integriert und öffentliche Gemeinschaftsräume werden hier bis 2012 entstehen. Unternehmer Jürgen Hollenbach investiert indes an der Epplestraße 44 (Tengelmann-Areal) in einen 13,5 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex mit einer betreuten Seniorenhausgemeinschaft, Büros, Wohnungen und einem Supermarkt. Richtfest war vergangene Woche. Auch die Einzelhändler gehen mit der Zeit. Über 80 Degerlocher Geschäfte sind als „seniorenfreundlich" ausgezeichnet worden. Ein Optikergeschäft hebt sich besonders hervor. Heimfahrhilfen, individuelle Öffnungszeiten sowie Sitz- und Liegemöglichkeiten bietet der Inhaber an. Bezirksvorsteherin Kunath-Scheffold weist aber auch auf Mankos im Bezirk hin. So fehlen in der Ortsmitte öffentliche Toiletten und Sitzbänke. Auf dem gepflasterten Agnes-Kneher-Platz wird ein Spaziergang bei Regen und Schnee zur Rutschpartie. Die Begegnungsstätte Treffpunkt Degerloch, in der sich Vereine, die Musikschule und die Volkshochschule treffen, ist mehrstöckig – die Toiletten sind im Untergeschoss und einen Aufzug gibt es nicht. Die Degerlocher, Kunath-Scheffold, Murawski, alle wissen, was zu tun ist. Jetzt gilt es, diese Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
30.06.2009
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