Sonntag 05.09.2010
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Der Mörder war nicht der Gärtner

Filder. Krimis zu schreiben, ist ziemlich anstrengend, weiß Martina Fiess. Reichlich müde und übernächtigt kommt die zierliche Frau mit dem blonden Pagenschnitt zum Interviewtermin, um ihr aktuelles Buch vorzustellen. Beim Gespräch jedoch ist sie hellwach.


Filder. Krimis zu schreiben, ist ziemlich anstrengend, weiß Martina Fiess. Reichlich müde und übernächtigt kommt die zierliche Frau mit dem blonden Pagenschnitt zum Interviewtermin, um ihr aktuelles Buch vorzustellen. Beim Gespräch jedoch ist sie hellwach.
Von Cornelia Nawrocki
»Manchmal träume ich noch von meinen Figuren oder davon, wie sich eine Szene anfühlt. Und das muss ich dann sofort aufschreiben, denn am nächsten Morgen ist alles weg«, erzählt sie. Deshalb hat Martina Fiess, die sich seit rund zehn Jahren mit Mordslust dem Krimischreiben widmet, Papier und Bleistift in Griffweite liegen.
»Tod in Degerloch« ist der Titel ihres jüngsten Romans, der im Frühjahr in der Reihe Stuttgart Krimis des Emons Verlages erschienen ist. Und wie schon in den beiden Vorgängerwerken spielt auch diesmal Bea Pelzer die Hauptrolle. Diesmal dreht sich alles um ein altes Haus, das Bea von ihrer Lieblingstante Fanny, dem schwarzen Schaf der Familie, geerbt hat. Kurz nachdem sie bei Gartenarbeiten Knochen und ein wertvolles Medaillon entdeckt hat, wird sie bedroht und ein Unbekannter versucht in das Haus einzubrechen. Statt die Polizei zu rufen, beginnt die Protagonistin nun auf eigene Faust zu ermitteln.

Berufswunsch schon als Kind gehabt

Schon früh war für die gebürtige Pforzheimerin, die seit vielen Jahren in Leinfelden lebt klar, welchen beruflichen Weg sie einmal einschlagen wird. »Ich wollte schon als Kind Schriftstellerin werden.« Deshalb habe ihr ihre Mutter eine Schreibmaschine ins Kinderzimmer gestellt. »Und die habe ich eifrig genutzt«, erinnert sie sich schmunzelnd.
Doch ehe sich Martina Fiess mit dem Schreiben ihre Brötchen verdiente, befand sie, dass nach dem Abitur eine Horizonterweiterung nicht schaden kann. In Würzburg studierte sie Kunstgeschichte, Philosophie sowie Politikwissenschaft. Die Ausbildung finanzierte sie mit diversen Jobs als Lektorin, Texterin und später Autorin in Verlagen und Werbeagenturen. Im Jahr 1984, noch während des Studiums, zog sie nach Stuttgart. Heute arbeitet sie selbständig als freie Autorin für verschiedene Buchverlage im Bereich Architektur und Kunst.

Der Reiz des
Krimiromans

Ein gewonnener Krimiwettbewerb im Jahr 2001 sei die Initialzündung gewesen, sich diesem Genre intensiver zu widmen. »Das war wohl ein Wink des Schicksals«, vermutet Martina Fiess. »Es muss das Rätselhafte, Ungewöhnliche gewesen sein«, antwortet die 45-Jährige auf die Frage, was sie an dieser Art Geschichten besonders reizt. Ihre bezeichnet sie als Kriminalkomödien. »Ich mag es gern humorvoll.« Das komme auch bei den Lesern - die überwiegend weiblich sind - gut an, hat sie beobachtet. »Meine Romane sind nicht die klassischen Ermittlerkrimis. Nicht die tragen die Handlung sondern die betroffenen Personen«, erläutert die Autorin. Die Idee mit dem Knochenfund im Garten habe sie schon länger umgetrieben, erzählt Fiess. »Das ist etwas, in das sich jeder hineinversetzen kann.«
Auch wenn die Handlung ihres neuesten Buches der eigenen Phantasie entspringt, geht sie bei ihren Recherchen sehr akribisch vor. Sie hat sich nicht nur von Experten der Polizei beraten lassen sondern ist auch sämtliche Schauplätze in Stuttgart und auf der Filderebene mehrfach abgelaufen. »Wenn ich schon viel Lokalkolorit einfließen lasse, dann muss es auch stimmen.« Es wäre ihr sehr peinlich, von Lesern auf Ungenauigkeiten hingewiesen zu werden.

Veranstaltung in
Degerloch

Martina Fiess stellt ihren aktuellen Roman »Tod in Degerloch« im Rahmen einer Lesung am Donnerstag, 22. Juli, um 19.30 Uhr, in der Stadtteilbücherei Stuttgart-Degerloch, Löffelstraße 5, vor. Platzreservierungen werden unter Telefon 0711/2 16 44 27 entgegen genommen. Der Eintritt ist frei.


20.07.2010


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