Sonntag 05.09.2010
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Schönste Dorfkirche Deutschlands
Vaihingen. Die alte Vaihinger Kirche, seit 1960 Stadtkirche genannt, wird in diesem Jahr 750 Jahre alt. Doch damit nicht genug: Auch ihr Umbau jährt sich heute zum 150sten Mal. Das Doppeljubiläum wird mit einem Festgottesdienst, einer Ausstellung und einem Vortrag zur Geschichte der Kirche gefeiert.

Vaihingen. Die alte Vaihinger Kirche, seit 1960 Stadtkirche genannt, wird in diesem Jahr 750 Jahre alt. Doch damit nicht genug: Auch ihr Umbau jährt sich heute zum 150sten Mal. Das Doppeljubiläum wird mit einem Festgottesdienst, einer Ausstellung und einem Vortrag zur Geschichte der Kirche gefeiert.
Von Manfred Gäbisch
Viel Historisches ist der Kirche nicht mehr geblieben, sagt Erwin Grieb, der sich wohl wie kein Zweiter in der Geschichte der alten Fildergemeinde und auch mit der Geschichte der Kirche auskennt. Er selbst bezeichnet sich als »Uralt-Vaihinger«, dessen Familienstammbaum bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Grieb ist in Vaihingen kein Unbekannter, war er doch die treibende Kraft hinter der Ortschronik »Liebes, altes Vaihingen«, das wohl in keinem Alt-Vaihinger Haushalt fehlt.
Nun steht also die Kirchengeschichte im Vordergrund. »Obwohl«, schränkt er ein, »so richtig trennen lässt sich das ja nicht, denn die Kirchenbücher, die ab einem bestimmten Zeitpunkt auch als Familienbücher geführt wurden, geben über die Jahrhunderte ein beredtes Zeugnis darüber ab, was sich alles im Dorf abgespielt hat.
Da die Kirchenbücher immer wieder für private Nachforschungen herangezogen wurden, präsentierten sie sich in einem jammervollen Zustand, wie Walter Bartelmess, der zusammen mit Grieb die Kirchenchronik für den Gemeindebrief ausarbeitete, mitteilte. Und spätestens hier kommt mit Gerhard Widmaier der Dritte im Bunde ins Spiel.
Widmaier kennt aufgrund seiner beruflichen Vorbildung Helmut Raum, einen der
bes­ten Buchrestauratoren Deutschlands, der die Bücher zu einem wahren Freundschaftspreis restaurierte, so dass sie jetzt im Rahmen der Ausstellung zum Kirchenjubiläum wieder vorgezeigt werden können.
Die Ausstellung ist bereits aufgebaut und kann im Anschluss an den Festgottesdienst am Sonntag, 25. Juli, in der Kirche besichtigt werden. Pfarrer Gottfried Askani ist schon voller Vorfreude auf das große Ereignis. »Unsere Kirche« erklärt er, »steht im Verbund der Stadt zwischen Wohnbebaung, Schulen und Rathaus. Die Leute gehen auf dem Weg zum Markt daran vorbei. Sie steht also mitten im Leben.« Ganz abgesehen davon sei es eine wunderschöne Kirche. Erwin Grieb kann dem nur beipflichten. »Für mich ist es die schönste Dorfkirche Deutschlands«, sagt er. Denn als solche war sie ja mal geplant. Erst im Laufe der Indus­trialisierung, als die Vaihinger Bevölkerung stark zunahm und die Kirche im Laufe der Jahrhunderte auch baufällig geworden war, musste sie umgebaut und vergrößert werden. Dies geschah vor 150 Jahren. Und welche teils komischen, teils dramatischen Geschichten sich um die Kirche abspielten, ist den Besuch des fachkundigen Vortrags von Erwin Grieb am Freitag, 23. Juli, um 19.30 Uhr im Lutherhaus allemal wert.
20.07.2010


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